Warum Affirmationen funktionieren

Affirmationen - DIE ICHSCHMIEDE

Inhaltsübersicht

Was ist eine Affirmation genau?

Eine Affirmation ist die Behauptung oder Bejahung einer Aussage… ganz einfach. Ein Blick auf Wikipedia verrät:

Die Affirmation ist eine wertende Eigenschaf­t für prozedurale, kognitive oder logische Entitäten, die mit Bejahung, Zustimmung, positiver Wertung oder Zuordnung beschrieben werden kann.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Affirmation, dass eine Aussage, Situation oder Handlung positiv bewertet wird. Sie kann sowohl ein Satz sein aber auch aus mehreren Sätzen bestehen.

Sie ist im übrigen das Gegenteil der Negation. Von daher gibt es also keine positiven Affirmationen; so wie es kein kaltes Eis gibt oder die schwarze 8 beim Billard aber… das nur am Rande.

Worauf kommt es an?

Um das zu verstehen bzw. eine Idee davon zu bekommen, lohnt es sich einen kurzen Blick auf unser Hirn zu richten.

Unser Gehirn ist bis heute noch ein kleines Mysterium, die Leistung bis dato einfach unerreicht.

Ich bin kein Hirnspezialist und um das Grundprinzip zu verstehen, muss man das auch nicht sein. Ich werde das vereinfacht erklären:

Wenn wir mal alle Funk­tionen außer acht lassen und uns nur die Speicherfunktionen ansehen, bekommen wir einen recht deutlichen Einblick davon, wie viel unsere Gelatine im Schädel leistet. Und ich bin sicher, dass Du hier das eine oder andere Aha-Erlebnis haben wirst. 

Unser Gehirn…Das Gehirn - DIE ICHSCHMIEDE

…hat, vereinfacht gesagt, zwei Speicherzentren. Da ist das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Du kannst das grob mit dem Arbeitsspeicher deines
Computers und der Festplatte oder SSD vergleichen – vereinfacht ausgedrückt.

Schauen wir uns das Gehirn mal etwas genauer an – wie gesagt: oberflächlich!

Was glaubst du, wieviel Eindrücke nimmt unser Gehirn in der Sekunde auf? 

Wenn deine Zahl weniger als 8 Stellen hat, dann bist du weit vom Ergebnis entfernt.

11 Mio. Eindrücke

Unser Hirn nimmt ca. 11 Mio. Eindrücke wahr. PRO Sekunde! 11 Mio. Impressionen durch alle 5 Sinne also Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen…

11 Millionen!!! – – – In der Sekunde!!!

Für Computer-Affine:
das sind ca. 1,37 MB und für alle anderen entsprechen diese 1,37 MB in etwa
1 1/2 Bücher… In – der – Sekunde! Und um dir noch ein etwas klareres Bild zu verschaffen:

129.600 Bücher

Bibliothek - DIE ICHSCHMIEDEDu müsstest 129.600 Bücher am Tag lesen, um mit deinem Gehirn mithalten zu können. Wahnsinn, oder?

Wenn unser Kopf tatsächlich mit dieser Masse von Daten arbeiten müsste, würde unser Gehirn kochen. Der gesunde Mensch hat eine Sicherheitsfunktion – sozusagen einen Trichter – eingebaut, der alle Informationen über Bord wirft, die nicht relevant sind.

Letztendlich passieren von den 11 Mio. Daten gerade einmal 40 diesen Trichter und diese werden auch bewusst wahrgenommen.

40 bleiben übrig

Im Gegensatz zu 11 Mio. klingt das jetzt vielleicht enttäuschend aber zum einen hat unser Gehirn sehr gute Gründe dafür und zum Anderen müssten wir immerhin noch 432 Bücher am Tag lesen!

Und selbst diese Daten sind ja noch immens und unser Hirn muss auch hiermit klar kommen. Und das macht es auch sehr genial!

Hinter dem Trichter – aus dem die 40 Impressionen pro Sekunde purzeln – wartet eine vorgeschaltete Einheit des Kurzzeitgedächtnisses. Ein Ultra-Kurzzeitgedächtnis sozusagen.

Denn eines ist ganz klar: es gehen keine Daten verloren! Gespeichert wird  grundsätzlich erstmal alles.

Das Ultra-Kurzzeitgedächtnis hält die Daten zwischen zwei bis 20 Sekunden vor und hier wird eine Vorauswahl getroffen, und dann landen die Informationen im  Kurzeitgedächtnis. Das hält diese Daten nun erst einmal fest.

Unser Kurzzeitgedächtnis, also das bewusste Kurz­zeitgedächtnis, nennt man auch das Arbeitsgedächtnis, weil es sehr aktiv ist und wir damit ständig arbeiten. Permanenter Datenverkehr.

Und das Wortfragment Kurzzeit ist gar nicht so kurzzeitig wie man vielleicht vermuten mag. Die Informationen, die im Kurzzeitgedächtnis landen, bleiben dort für die Zeitspanne von drei Sekunden und bis zu sechs Tagen!

Ist das nicht großartig? Und ich kann es dir sogar beweisen. In der Podcast-Episode zu diesem Beitrag stelle ich dir fünf Fragen. 

Ich schätze du konntest alle Fragen beantworten, bis auf die letzte?!?

Warum? Dein Gehirn hat sich mein „Los geht es“ wegen fehlender Relevanz nicht gemerkt und diese Information gar nicht erst in das Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet.

Die anderen Antworten wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit hinbekommen haben. Wobei ich mir sicher bin, dass du dein gestriges Abendessen in 2 – 4 Tagen nicht
mehr wissen wirst… ES SEI DENN… Es war etwas besonderes!

Und hier kommen wir auf den Faktor, der dir zeigt wie genial dein Hirn mit deiner Umwelt interagiert…

Es klärt nämlich die Relevanz einer jeden Impression ab. Wie wichtig sind diese Information für dich? Mein letzten drei Worte vor den Fragen? Keine Relevanz! Total unwichtig, weil der Kontext des Themas davon nicht abhängig war.

Hätte ich hingegen darauf hingewiesen, dass du dir diese Worte merken sollst, dann hätten sie den Weg ins Kurzzeit­gedächtnis gefunden und du hättest sie abrufen können.

Je nachdem wie spannend du das Thema findest, wird sich dein Gehirn dazu entscheiden, diese Information im Zusammenhang der 129.600 Bücher noch ein weiteren Tag zu speichern…

Je öfter und länger du über diese Zahlen nachdenkst, um so mehr erkennt dein Gehirn die Relevanz und verschiebt diese Information schließlich in den Bereich, des Langzeitgedächtnis, damit du jederzeit darauf zurückgreifen kannst, und gleichzeitig wird wieder Speicher im Arbeitsgedächtnis frei.

Selbst, wenn du nicht mehr an die Zahlen denkst, reicht ein kleiner Impuls aus, um dich daran zu erinnern, dass du irgendwann einmal Informationen zu diesen Themen gespeichert hast. Vielleicht gelingt es dir nicht gleich sofort alle Informationen hervorzukramen, aber es wird dir gelingen. Weil du weißt, dass die Daten da sind.

Schlimmstenfalls schickst du dein Hirn in den Keller und lässt es im Dunkeln kramen bis du es gefunden hast. Kennst du das? Wenn du einfach nicht darauf kommst und dann Stunden später: bähmm!??!

Da schießt dir die Lösung durch den Kopf. Kellerarbeit! Höchstleistung! Es reicht auch nur ein Geruch und plötzlich sind sie da, die Kindheits­erinnerungen.

Das Geheimnis…

…ist also die Relevanz, die Wichtigkeit, die du einem Eindruck zuschreibst.

Unser Gehirn ist permanent damit beschäftigt die Informationen im Kurzzeitgedächtnis zu bewerten. Dinge die Unwichtig sind fliegen raus und machen Platz für neue Informationen. Eindrücke, mit denen wir uns längere Zeit beschäftigen landen spätestens eine Woche später in unserem Langzeitgedächtnis und was da drin ist, bleibt auch da drin unabhängig ob wir es abrufen können oder nicht.

Also. Dein Gehirn schläft nie. Es ist ein Multi-Super-Computer, weil es auf verschiedenen Ebenen Daten bewertet, auswertet, verwirft und speichert. Und darüber hinaus auch noch alle anderen Funktionen ausübt, die wir zu Beginn ausgeschlossen haben.

Das ist Wahnsinn! Amazing! Unfuckingfassbar! Beeindruckend!

Findest Du nicht auch?

Kommen wir nun zu der Affirmationen, zu den Glaubenssätzen. Coaches und Therapeuten schwören darauf. Andere sagen , dass ist Schwachsinn, blöder Esoterik-Scheiß, das funktioniert nicht…

Aber was ist nun richtig? Welches Lager hat Recht? Die Antwort lautet: beide!

Wie kann das sein?

Um das zu versteh, brauchen wir noch einen weiteren notwendigen Faktor.

Es gibt noch einen Aspekt, der ausschlaggebend ist. Neben der Relevanz, brauchen wir auch die Kontinuität. Zeit ist ein erheblicher Faktor in allem was wir tun! Die Wissenschaft streitet sich noch darüber ob es 30 – 60 oder 60 – 90 Tage sind.

Ich kenne es als 90-Tage-Regel und bin damit bisher immer gut gefahren. Lernen, und nichts anderes macht unser Gehirn je, wenn es Daten aufnimmt, verarbeitet und speichert, ist immer mit Zeit und Wiederholung verbunden. Und je nach Intensität und Wichtigkeit lernt man schneller oder nicht.

Die heiße Herdplatte

Herdplatte - DIE ICHSCHMIEDE

Ein Beispiel dafür ist die berühmte heiße Herdplatte. Ich denke in den meisten Fällen brauchte es hier kein Wiederholung. Zu der Relevanz – also wie wichtig du etwas empfindest – kommt also noch die Kontinuität hinzu.

Um Dinge im Langzeitgehirn schnell und jederzeit abrufen zu können bedarf es eine Zeitspanne von diesen rund 90 Tagen, in denen sich die Information manifestieren.

Noch einmal zur Erinnerung: es gehen keine Daten verloren!!! Wenn jemand sagt, dass Affirmationen oder positive Glaubenssätze, bei ihm nicht funktionieren,
dann weil er dem keine Bedeutung beimisst. Weil er nicht daran glaubt oder er glaubt daran, ist aber zu ungeduldig, um die Auswirkungen an sich erkennen zu können.

Affirmationen funktionieren

Man kann also grundsätzlich sagen: Affirmationen funktionieren. Es kommt eben:

  1. auf die Wertigkeit (von dir),
  2. auf die Wiederholung (Regelmäßigkeit) und
  3. auf die Frequenz an.

Affirmationen sind im Grunde genauso angelegt wie gute Werbung. Wenn sie verankert sind, dann reicht ein Trigger, ein Auslöser, um die Gedanken zu wecken und dein Befinden ins Positive zu wenden.

Das geht bis hin zur unbewussten Verhaltensform und kann dich positiv polen. Was ja die Aufgabe von Affirmationen ist!

Unser Hirn ist also programmierbar. Und das hat nichts mit Manipulation zu tun!!! Unser ganzes Leben werden wir „programmiert“. Ob nun von uns selbst oder unserer Umgebung. Ohne diese »Programmierung« würden wir nichts lernen und hätten keine Chance uns selbst zu entwickeln.

Mach das nicht! Das ist nicht gut! Dafür bist du zu jung oder zu blöd, zu hässlich, zu dick. Das sind Bespiele für negative Denkweisen – für negative Mindsets, wie man heute sagt.

Coachs, Trainer, Psychiater und Psycho­therapeuten sind in erste Linie damit beschäftigt eben diese negativen Mindsets aufzulösen.

Das geht nicht von heute auf Morgen und darin liegt der Denkfehler all derjenigen, die nun meinen, dass NLP, Mindfucks, Mindsettings, Affirmationen, Mantras, usw. nicht funktionieren.

Du brauchst Verständnis für die Funktionen, für die jeweiligen Techniken; du brauchst für alles Zeit…! Und nicht jede Technik ist für jede Persönlichkeit geeignet.

Egal was du tust: ob du ein großes Ziel erreichen willst, viel Geld verdienen, du Kampfsport oder eine andere Sportart lernen willst. Für alles brauchst du Zeit und Übung.

Auch unser Gehirn benötigt eine gewisse Zeit und deine Mithilfe, damit es wachsen kann. Je nachdem was du lernen und oder verändern willst: es braucht Zeit, Verständnis für das, was zu tun ist UND den Glaube und die Kraft nicht aufzugeben.

English Vokabeln sich ein gutes Beispiel:

Everybody’s darling is everybody’s fool.

Du wirst die Worte verstanden haben, ohne es Wort für Wort übersetzen zu müssen. Du kennst die Worte und verstehst sie. Affirmation funktioniert ähnlich. Zuerst sprichst du sie laut vor. Mit der Zeit denkst du sie und irgendwann denkst du sie nicht mehr, sondern du verstehst und lebst sie.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf, wirst du nun ein recht einfaches Verständnis haben, ob und wie negative bzw. positive Glaubenssätze funktionieren. Es liegt an dir, wie wichtig du eine Sache nimmst. Und wieder bewahrheitet sich eine Standardaussage im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung:

Du allein entscheidest…, nur du allein!

In diesem Sinne, wünsche ich dir, bis zum nächsten Mal, eine tolle Zeit!

Bis dahin, sprich Klartext, dein eMeS.

Gratulation!

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